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Fragen aus der Praxis

Mein Haustier hat entzündete Augen. Darf ich sie mit Kamille auswaschen?

Nein! Veklebte Augen wäscht man am besten mit klarem Wasser aus, solange man keine spezielle Spüllösung oder Spezialtücher vom Tierarzt zu Hause hat. Kamille reizt das Auge! Man feuchtet ein Papiertaschentuch oder ein Stück Haushaltspapier an und streicht den Augenbelag von außen nach innen, also zur Nase hin ab. Dabei sollte man unbedingt fiir jedes Auge ein frisches Tuch nehmen, um eine Keimübertragung von einem Auge auf das andere zu verhindern.

Mein Haustier hat irgenwas am Auge. Darf ich ihm die Tropfen reintun, die ich zu Hause habe?

Nein! Erstens verfallen Augentropfen sehr schnell, wenn sie einmal geöffuet sind. D .h. angebrochene Augentropfen oder Salben halten sich nur ein paar Wochen. Zweitens sollte vor jeder Medikamentengabe eine gründliche Untersuchung erfolgen. Gibt man z.B. bei einer relativ harmlosen Verletzung der Hornhaut cortisonhaltige Augentropfen kann es zum Durchbruch der Hornhaut und zu schwersten Erkrankungen des Auges führen.

Mein Hund ist blind, muß ich ihn jetzt einschläfern lassen?

Nein! Tiere orientieren sich nicht so ausschließlich über ihr Augenlicht wie wir Menschen. Blinde Hunde finden sich in ihrer gewohnten Umgebung ohne Probleme zurecht, da sie sich verstärkt über ihren Geruchssinn orientieren. Tiere, die ganz plötzlich erblinden brauchen natürlich auch ein wenig Zeit; sich an die neue Situation zu gewöhnen, doch oft schon nach einigen Tagen merkt der Besitzer keine Unsicherheiten mehr. In fremdem Gelände sollte ein Hund natürlich an die Leine genommen werden.

Meinem Tier muß ein Auge entfernt werden. Das sieht doch schrecklich aus, da lasse ich es lieber einschläfern.

Die Extirpation ( d.h. Entfernung) eines Augapfels ist kein so großer Eingriff, wie viele glauben. Natürlich erfordert er eine Vollnarkose. Anders als beim Menschen der ja eine Ersatzauge bekommt, bleibt beim Tier keine leere Augenhöhle zurück, sondern werden die Lider miteinander vernäht, daß keine Lidspalte mehr sichtbar ist. Das Fell wächst wieder nach, sodaß gerade bei langhaarigen Tieren der Verlust eines Auges kaum auffällt.

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